2008 - 2010
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In Zusammenarbeit mit einem Fotogeschäft wurde im Herbst 2007 ein Brezelkalender mit vielen Fotos aus der Geschichte der Gesellschaft herausgebracht. Eine „Brezelbrosche“, ein Anhänger mit dem alten Kirchhellener Wappen und unserem Brezel, wurde entworfen und geprägt. Mit dem (von der Volksbank Kirchhellen gesponserten) Buch „125 Jahre Brezelfest Kirchhellen“ wurde die Geschichte der Gesellschaft fortgeschrieben. Darin konnte erstmalig auch das Foto der 1. Brezelkönigin von 1883, Lisette I. Otterbeck, veröffentlicht werden. Bei der Gründungsversammlung im Februar 2008 gab es Veränderungen im Vorstand. Nachfolger von Uli Vosselmann, bisheriger Brezelmajor, wurde Christopher Gertz. Theo Dehling schied als Kassierer aus. Für Frank Tennagels wurde Matthias Dierichs neuer Hauptmann der 4. Kompanie. Peter Dreckmann, lange Hauptmann der Brezelpolizei, hatte mit seinem Sohn Markus den Nachfolger in der eigenen Familie.
Zwei Wochen vor dem Fest wurde in der Volksbank Kirchhellen eine Ausstellung mit der wohl bisher umfassendsten Dokumentation der 125-jährigen Geschichte des Brezelfestes eröffnet. Die Presse schrieb von einer „Zusammenstellung alter, historischer, lustiger und interessanter Dokumente, Fotos, Collagen, Plakaten und Originalaccessoires“. Die für diese Ausstellung zusammengestellte „Brezel-Lesemappe” enthielt viele interessante Dokumente aus der Brezelgeschichte.
Eine neue Brezelabwurfstange (mittlerweile schon ein handwerkliches Meisterstück) war extra für das Jubiläumsfest angefertigt worden. Es gab einen fairen Wettkampf der Königskandidaten Christoph Löns (Lönner) und Peter Dreckmann (Schmutzmann). Um 13.40 Uhr war es dann endlich soweit. Das letzte Brezelstück (weniger als die Hälfte) fiel herunter. Stimmung pur beim Einzug des neuen Königs Christoph I., der bei der Proklamation gerne noch zu „seinem“ Brezelvolk länger gesprochen hätte, was aber die Technik verhinderte. Aber er konnte seine neue Brezelkönigin Melanie I. Janinhoff (geborene Surmann) dafür länger in den Arm nehmen. Im REL-Radio kündigte Lönner schon mal für die Zeit seiner Regentschaft an: „Das wird eine feucht-fröhliche Zeit werden.“
Die wieder große Gruppe der Speyrer Brezelfreunde, mit ihrer Verkehrsvereinsvorsitzenden Heike Häußler, bediente das feucht-fröhliche Feiervolk stolz mit heimischem Rebensaft. Die Besucherzahl am Straßenrand war so groß, wie nie zuvor. Auch der Abend mit dem Großen Brezelkrönungsball war „Stimmung pur“. Wir können mit Stolz auf dieses Fest zurück blicken. Es gibt Königspaare die haben Glück und brauchen nicht drei Jahre zu warten, bis das nächste Brezelfest ansteht. 2010 sollte - wie erstmals in 2003 – wieder eine große Delegation nach Speyer aufbrechen. „100 Jahre Brezelfest in Speyer“ stand an. Zugleich wurde die Planung für das Projekt „Erweiterung des Bronzenen Brezelbruders“ in Angriff genommen. Im Vordergrund der Überlegungen stand jetzt eine Bronze-Gruppe „Frau mit Kind“. 2010 Der Förderverein Brezelbruder e. V. hatte die Planungen für die „Brezelfamilie“ weiter betrieben und den finanziellen Rahmen abgestimmt. Die Sparkasse Bottrop machte die endgültige Zusage zur wesentlichen Finanzierung des Projekts. Gleichzeitig wurde die Auflage eines Briefmarken-Sets zur Mitfinanzierung der Erweiterungsgruppe ins Gespräch gebracht. Im März konnten bei Christine Sültrup in Münster bereits die neuen Figuren in Gips besichtigt werden. Nach nur wenigen Korrekturvorschlägen blieb es dann der Bildhauerin überlassen, „Frau und Kind“ zu gestalten. Probeweise wurden die „Rohfiguren“ im Mai vor Ort so platziert, wie sie später auch endgültig aufgestellt werden sollten. Obwohl die Öffentlichkeit über die Presse erst später informiert werden sollte, gab es bereits am 01. Mai die Presseschlagzeile „Brezelbruder kommt unter die Haube“. Brezelfest in Speyer „100 Jahre Brezelfest Speyer“ mit der Fahrt vom 10. bis 12. Juli stand aber dann zunächst wieder im Vordergrund aller Planungen. Angemeldet hatten sich rd. 200 Personen für die Fahrt mit Bussen und eigenen PKW`s. 30 weitere Personen dürften sich zusätzlich noch auf den Weg in die Kaiserstadt am Oberrhein gemacht haben.
Am Samstag, 10. Juli, machten sich drei Reisebusse früh morgens auf den Weg nach Speyer. Angeführt vom Brezelkönigspaar Christoph I. Löns und Melanie I. Janinhoff waren auch Oberbürgermeister Bernd Tischler, Brezelprotektor Ernst Löchelt und Bezirksbürgermeisterin Margot Hülskemper mit dabei. Die Hauptquartiere waren wieder das Hotel am Technik Museum und für die „jungen Leute“ wieder der „Boxerclub“. Zur Mittagszeit in Speyer angekommen, hatten die meisten Kirchhellener nur ein Ziel: Im unteren Domgarten warteten bereits die drei Pferdekutscher. Es gab eine kleine Begrüßung durch den Verkehrsverein Speyer, unserem Brezeldirektor Bernhard Steinmann und unserem Brezelmajor Christopher Gertz. Heinrich Bertlich bedankte sich für den Empfang und für die Hilfe, die ihnen auf der Reise allerorten angeboten wurde. “Es war einfach nur geil“, brachte es „Henry“ auf den Punkt.
Am Brezelfestsonntag in Speyer steht traditionell der Brezelumzug im Mittelpunkt. Für unseren „Kirchhellener Abschnitt“ im Umzug gab es folgende Zugordnung:
Als nach langer Wartezeit der Umzug in Bewegung kam, war das schon ein wenig aufregend für alle, die zum ersten Mal dabei waren. Die Stimmung war bestens und das Publikum am Straßenrand war super „drauf“. Gut, dass gekühlte Getränke vorhanden waren, ansonsten hätten sicher einige noch größere Probleme mit der Hitze bekommen. Die von der Feuerwehr Speyer durchgeführte äußere Abkühlung mit Wasserspritzen wahr zudem sehr hilfreich. Wieder imposant der Marsch über die Maximilianstraße, vom Altpörtel zum Dom. Ein Höhepunkt des Umzugs war für die Kirchhellener sicherlich der Vorbeimarsch an den „restlichen Kirchhellenern“, die im Bereich des Domplatzes standen, Buchweizenpfannkuchen backten und uns herzlichst begrüßten. Hier war auch die Tribüne des Verkehrsvereins Speyer aufgebaut, mit dem Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, als Promigast. Der Umzug war ein tolles Erlebnis. Danach gab es nur noch: Duschen, Sitzen, Ausruhen, Speisen und kühle Getränke. Aber alles mit viel Spaß. Die meisten trafen sich zunächst wieder im Biergarten am Festzelt. Am Abend ging es im Biergarten des Domhofes mit dem WM-Endspiel und dem Sieg Spaniens (gegen Italien) weiter. Der Abschluss – richtig! – war wieder im Festzelt. Für uns schon ein „Heimspiel“. Ein unvergessliches Wochenende in der alten Kaiserstadt am Rhein. Die Presse in Speyer war voll des Lobes über den Kirchhellener Besuch und Auftritt in Speyer: „Zu heiß, die Hitze hemmt: Schon am frühen Nachmittag wird es leer im Biergarten. Die weit gereiste Brezelgesellschaft aus Kirchhellen dagegen hält lange durch. Singende Polizisten entlang der Hauptstraße. Leicht vom Alkohol verwöhnte Könige. Rundum gut gelaunte Westfalen. Nein, in Speyer ist des Jubiläums wegen nicht das Chaos ausgebrochen, nur die Kirchhellener Brezelgesellschaft ist angekommen. Und dass die feiern kann, das wissen viele Verkehrsvereinsmitglieder nicht erst seit ihren Besuchen im Ruhrgebiet 2005 und 2008.“ Brezelfamilie Die erfolgreiche Speyer-Fahrt war noch nicht „verarbeitet“, da standen bereits die nächsten Termine an. In der Glockengießerei in Gescher wurden die neuen Figuren der Brezelfamilie in Bronze gegossen. Zusammen mit der Sparkasse wurden das Projekt „Brezelfamilie“ und die Briefmarken-Sets (2000 Geschenksets mit zwei 55 Cent Postwertzeichen und dem offiziellen Logo der Ruhr 2010 - Kulturhauptstadtjahr) „offiziell“ der Presse vorgestellt. Die Presseschlagzeilen nachher: „Die Einsamkeit ist Geschichte“ – „Endlich zu Dritt“ – „Fehlt nur noch die Brezelfrau“
Freitag, 17. September 2010: Das große Zelt und weitere Beizelte standen, den neuen „Brezelfamilienmitgliedern“ wurde ein Riesenbrezelkittel übergestülpt und das Ganze mit Blumen und Grün sehr schön dekoriert. Die große Frage: Hält das Wetter? Werden viele Brezelbrüder (ähnlich wie 2003 beim Brezelbruder) auf dem Josef-Terwellen-Platz erscheinen? Ja, es waren einige Hundert! Mit musikalischer Begleitung durch die Kirchhellener Blasmusik und den Spielmannszug Holsterhausen ging es los. Das Brezelkönigspaar Christoph I. und Melanie I. hatte wieder mal die Gelegenheit, das Brezelvolk von Kirchhellen aus der Königskutsche zu grüßen.
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